Schon vor Baustart hilft eine klare Liste der offenen Bauherrenentscheidungen. Eine Baubesprechung wird übersichtlicher, wenn Informationen, Aufgaben und Entscheidungen getrennt werden. Diese Arbeitshilfe richtet sich an Bauherren und Projektteams. Sie hilft dabei, die nächste Entscheidung vorzubereiten und ihren weiteren Weg festzuhalten. Sie ersetzt weder die technische Prüfung noch eine erforderliche Beauftragung.
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1. Die Frage so stellen, dass sie beantwortbar ist
„Bad abstimmen“ beschreibt ein Thema, aber noch keine Entscheidung. Hilfreicher ist eine konkrete Frage mit eindeutigem Bezug: Welche der vorgelegten Armaturenvarianten soll im bezeichneten Raum weitergeplant werden? Notieren Sie dazu Planbezeichnung, Index, Raum oder Bauteil. Eine Darstellung ohne verlässlichen Stand ist keine belastbare Entscheidungsgrundlage.
2. Unterlagen und Auswirkungen zusammentragen
Zu jeder Frage gehören die tatsächlich vorliegenden Varianten und die noch fehlenden Angaben. Halten Sie Kosten- und Terminauswirkungen getrennt fest. Kennzeichnen Sie eine Schätzung als Schätzung und eine ausstehende Lieferauskunft als offen. Fehlen wesentliche technische Angaben, lautet der nächste Schritt zunächst „klären“, nicht „freigeben“.
3. Rückwärts vom benötigten Ergebnis denken
Fragen Sie die zuständigen Beteiligten, wann die Entscheidung für weitere Planung, Bestellung oder Ausführung benötigt wird. Notieren Sie den bestätigten Termin und den abhängigen Arbeitsschritt. Lieferzeiten und Bearbeitungszeiten dürfen nicht pauschal angenommen werden. Ist ein Termin noch ungeklärt, bekommt auch diese Klärung eine verantwortliche Person und einen vereinbarten Rückmeldetermin.
4. Entscheidung und Umsetzung getrennt dokumentieren
Die Liste unterscheidet Vorbereitung, Entscheidung und Umsetzung. Wer Informationen zusammenträgt, muss nicht selbst entscheiden dürfen. Zuständigkeit und Entscheidungsbefugnis sind im jeweiligen Projekt zu klären. Erfassen Sie den dokumentierten Beschluss mit Datum und zugehöriger Unterlage. Eine getroffene Auswahl ist noch kein überarbeiteter Plan und noch keine Bestellung. Deshalb braucht auch die Umsetzung einen Verantwortlichen und einen prüfbaren Abschlussnachweis.
Fiktives Beispiel: Zwei Oberflächen stehen zur Auswahl. Für eine Variante fehlt die schriftliche Lieferauskunft. Das Team hält die Auswahl mit dem Status „in Klärung“ fest, benennt den Zuständigen für die Auskunft und stimmt den Rückmeldetermin ab. Erst danach trifft die im Projekt entscheidungsbefugte Person die Auswahl. Der Beschluss wird dokumentiert und an die betroffenen Beteiligten weitergegeben. Das Beispiel enthält keine tatsächlichen Projekt- oder Lieferdaten.
5. Mit einer kurzen offenen Liste aus dem Termin gehen
Prüfen Sie zum Schluss jede Zeile: Ist klar, was fehlt, wer handelt und welcher nächste Termin vereinbart wurde? Übertragen Sie ungeklärte Punkte mit ihrem bisherigen Verlauf in die nächste Besprechung. Streichen Sie sie nicht allein deshalb, weil sie bereits besprochen wurden. Als erledigt gilt eine Aufgabe erst, wenn der vereinbarte Nachweis vorliegt. „Umgesetzt“ bedeutet ausgeführt; „erledigt“ bedeutet zusätzlich: Der vereinbarte Abschlussnachweis liegt vor.
Die kostenlose CSV-Vorlage enthält eine laufende Nummer, Status und Verlauf sowie die konkrete Entscheidungsfrage, den Unterlagenstand und fehlende Informationen. Kosten und Termine werden jeweils mit ihrer Auswirkung und dem Stand der Klärung erfasst. Weitere Spalten halten Zuständigkeiten, Rückmeldetermine, den benötigten Entscheidungstermin sowie Beschluss, Datum und Entscheidungsunterlage getrennt fest. Umsetzung und Abschlussnachweis schließen die Zeile ab. Teilen Sie die ausgefüllte Liste nur mit den dafür vorgesehenen Projektbeteiligten. Die Vorlage ist eine organisatorische Arbeitshilfe; projektspezifische Vertrags- und Freigabewege bleiben maßgeblich.
Kurzcheck für jede Zeile vor Terminende:
- Welche konkrete Entscheidung steht an – und auf welchem Planstand?
- Welche Angaben fehlen zu Technik, Kosten oder Terminen?
- Wer bereitet vor, wer darf entscheiden und wer setzt um?
- Bis wann ist die Rückmeldung oder Entscheidung tatsächlich erforderlich?
- Woran lässt sich die ausgeführte Umsetzung prüfen?
Entscheidungsliste kostenlos herunterladen (CSV)
Hinweis: Die konkrete Anwendbarkeit von Förder-, Energie- und Nachhaltigkeitsanforderungen ist stets projekt- und zeitpunktbezogen zu prüfen.
